GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Wed, 30 Sep 2020 22:43:47 +0200 Wed, 30 Sep 2020 22:43:47 +0200 TYPO3 EXT:news news-224 Thu, 19 Nov 2020 11:02:00 +0100 Kabarett mit Alfred Mittermeier https://www.gew-buedingen.de/home/details/224-kabarett-mit-alfred-mittermeier/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0724df7ca6e2224f6aa008377366c4d8 am 19.11.2020, 20 Uhr Nidda Bürgerhaus Es gibt keinen Ort, der die Menschheit so beschäftigt wie das Paradies. Wo liegt es? Wie sieht es dort aus? Wie komm ich da hin? Und was zieh ich dort an? Auskunftsfreudige Geistliche schwärmen in den höchsten Tönen, obwohl sie weniger wissen, als ihre Schäfchen glauben.

Auch Alfred Mittermeier weiß keinen Deut mehr. Aber falls es dieses Paradies wirklich gibt, dann will er da rein. Doch ganz so einfach ist das nicht! Das größte religiöse Wahlversprechen mit unbestimmbarer Wahrscheinlichkeit hat seine Tücken.

„Nur wenn Du brav bist, kommst Du in den Himmel!“ wird einem bereits als Kind infiltriert. Es gibt einen Benimm-Katalog, an dem man sich zu halten hat. Das Leben wird zu einer einzigen Aufnahmeprüfung, die es zu bestehen gilt.

Alfred Mittermeier begibt sich in „Paradies“ auf die Suche nach dem menschlichen Sehnsuchtsort.

Dabei wandelt er auf einer verstopften Autobahn in Richtung Ende, bis sich eine Rettungsgasse bildet, an deren Ränder ihn die Gläubigen ungläubig anstarren.

Ein bayerischer Kabarettist als Kamel, das mit überirdischen Pointen durch ein Nadelöhr ins Paradies marschiert. Im Vorbeigehen haucht er dem Türsteher noch ein gepflegtes Hosianna ins Ohr, so dass es das Himmelstor endgültig aus den Engeln hebt. Wer nach dem Tod noch was vom Leben haben will, der kommt um eine Eintrittskarte nicht herum. Lobet und preiset diesen Herrn!

 

www.alfred-mittermeier.de

 

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Aktuelles
news-243 Tue, 01 Sep 2020 11:42:25 +0200 Tarifrunde im öffentlichen Dienst Bund und Kommunen https://www.gew-buedingen.de/home/details/243-tarifrunde-im-oeffentlichen-dienst-bund-und-kommunen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c627061fd461e322b4354d53d8239ea5 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt fordern die Gewerkschaften 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt fordern die Gewerkschaften in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes für die bei Bund und Kommunen Beschäftigten. Zudem erwarten die Gewerkschaften, dass die wöchentliche Arbeitszeit für die Angestellten in den östlichen Bundesländern auf 39 Stunden gesenkt und damit 30 Jahre nach der Einheit an das Westniveau angeglichen wird.

„In der Corona-Krise zeigen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, dass sie und ihre qualifizierte Arbeit unverzichtbar sind. So haben beispielsweise die Erzieherinnen in der Kita selbst zu Hochzeiten der Pandemie mit Notdiensten dafür gesorgt, dass viele Eltern ihren Beruf ausüben konnten. Klatschen für ‚die Alltagshelden‘ allein reicht aber nicht. Jetzt müssen die Gehälter spürbar steigen“, sagte Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während einer Pressekonferenz der Gewerkschaften ver.di, GdP und GEW sowie des Beamtenbundes am Dienstag in Berlin. „Nachdem die Politik einen Rettungsschirm für die Kommunen aufgespannt hat, sind jetzt die Beschäftigten dran. Der Staat muss in der Krise als Stabilisator auftreten. Dazu gehört, mit höheren Gehältern die Binnennachfrage in Deutschland zu stärken.“

„Deutschland braucht einen handlungsfähigen Staat mit hoch qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Das zeigt uns die Corona-Krise Tag für Tag. Auch um dem Fachkräftemangel etwa an den Kitas entgegenzutreten, muss der öffentliche Dienst für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiv bleiben: Dazu gehören nicht zuletzt eine gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen“, betonte Tepe.

Info: Der Auftakt zur Tarifrunde findet am 1. September in Potsdam statt. Für den 19./20. September und den 22./23. Oktober sind zwei weitere Verhandlungsrunden in Potsdam geplant.

Die Forderung bezieht sich auf eine Laufzeit des Tarifvertrags von einem Jahr.

GEW Hauptvorstand

Zur Tarifrunde | Infos der GEW Hessen

Den Tarif für Kommunen verhandelt der Hauptvorstand der GEW www.gew.de/tarif/tvoed

 

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news-241 Mon, 31 Aug 2020 12:58:00 +0200 Sommer-Ausflug https://www.gew-buedingen.de/home/details/241-sommer-ausflug/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=faa1a8a9ffbc9aa0a5028cf63b1e120c „Im Wald wandeln - Wandel im Wald“ Unter diesem Motto stand der diesjährige GEW Ausflug des Kreisverbandes Büdingen. Fachkundig, anschaulich und kurzweilig erläuterte Revierförster Jörg Mewes aus Rudingshain den Wandel des Waldes rund um den Hoherodskopf.

27 Gewerkschaftsmitglieder des KV Büdingen wandelten coronagemäß an frischer Luft und in gebührendem Abstand vergnügt durch den Wald nahe der Niddaquelle. Sie erfuhren Fakten und spannende Geschichten über das Waldgeschehen und was einen Förster heutzutage umtreibt:  Borkenkäfer, extreme Trockenheit und das Experimentieren mit neuen Baumsorten wie Zedern, Baumhasel und Douglasien.

Nach gut zwei Stunden ließ man den interessanten und entspannten Nachmittag bei bester Fernsicht am Kiosk auf dem Hoherodskopf mit Bratwurst, Pommes und Getränk ausklingen.

Foto: Revierförster Jörg Mewes | von Ingrid Haesler

                                                                                                                    

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Aktuelles
news-242 Thu, 02 Jul 2020 14:12:00 +0200 Repräsentative Umfrage zur Hygiene an Schulen in Hessen https://www.gew-buedingen.de/home/details/242-repraesentative-umfrage-zur-hygiene-an-schulen-in-hessen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ac11a8147bb9e04f418bd9fc3ab8d859 GEW stellt Ergebnisse vor: „Kultusministerium muss Hygienestandards sicherstellen!“ Pressemitteilung 2. Juli 2020 „Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Hygienemängel an den Schulen besonders deutlich geworden. Die entsprechenden Versäumnisse im Bereich der Schulgebäude haben wir seit Jahren zum Thema gemacht. Durch die jetzt vorgelegte Umfrage sehen wir uns in dieser Forderung bestätigt und fordern das Kultusministerium auf, endlich zu handeln!“ sagte die Vorsitzende der GEW Hessen, Maike Wiedwald heute in Frankfurt.

Wiedwald erläuterte die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu Hygienemängeln an Schulen: gut 70 Prozent der Befragten in Hessen teilten die Einschätzung, dass die hygienische Grundausstattung an Schulen vor der Corona-Pandemie durch die Politik vernachlässigt wurde.

Die bundesweit erfolgte, repräsentative CIVEY-Umfrage im Auftrag der Bildungsgewerkschaft GEW, die auch Ergebnisse für die einzelnen Bundesländer enthält, zeige Versäumnisse der Politik und den Wunsch nach besseren hygienischen Bedingungen an Schulen auf – auch über die Corona-Pandemie hinaus. Für die Befragten in Hessen, so Wiedwald sei das Thema Hygiene an Schulen nicht auf die Corona-Pandemie beschränkt: „80 Prozent denken, dass die hessischen Schulen auch über die Pandemie hinaus stärker auf die hygienischen Grundvoraussetzungen achten sollten. Uns überraschen die Zahlen nicht. Sie sind eine Folge jahrzehntelanger Vernachlässigung der Bildungsinfrastruktur, auf die wir die politisch Verantwortlichen immer wieder hingewiesen haben. Marode Schulen sind ein Skandal! Wir fordern seit Jahren eine Erhebung des Investitionsrückstands von den politisch verantwortlichen und werden ignoriert. Damit muss Schluss sein! “

Die GEW Hessen schätzt den Investitionsstau an den Schulen in Hessen auf mindestens vier Milliarden Euro. Spätestens jetzt, so Wiedwald abschließend, müsse die Politik aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Kommunen gut ausstatten. Auch bei der Gebäudereinigung müsse gegengesteuert werden: „Statt Outsourcing brauchen wir auch in der Gebäudereinigung gute Arbeitsverhältnisse und ausreichend Personal.“

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news-237 Wed, 01 Jul 2020 12:35:00 +0200 GEW Hessen: "Plan B“ https://www.gew-buedingen.de/home/details/237-gew-hessen-plan-b/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e17b97dfd509ef08c376fbacfc2eb7f3 Alternative zum angekündigten schulischen Regelbetrieb nach den Sommerferien unerlässlich Pressemitteilung 1. Juli 2020 Die GEW Hessen hält es trotz der gestern vom Kultusminister angekündigten Rückkehr zum schulischen Regelbetrieb für unerlässlich, die Schulen auf einen erneuten Wechsel aus Präsenzphasen und dem Lernen zu Hause auch im kommenden Schuljahr vorzubereiten. Bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen, den leider niemand ausschließen kann, könnte sich die Aufhebung des Abstandsgebots in den wieder in voller Größe unterrichteten Klassen schnell nicht mehr aufrecht erhalten werden. Birgit Koch, Vorsitzende der GEW Hessen, stellte dazu fest: „Das Ministerium handelt nach der Devise: ‚Es wird schon alles gut gehen.‘ Auch wir hoffen das. Aber diese Hoffnung kann nicht alleinige Richtschnur für die Entscheidungen der Landesregierung sein. Leider hat das Ministerium keinen Plan B vorgelegt und trifft auch keine Vorbereitungen für eine mögliche zweite Welle der Pandemie.“

In den vergangenen Wochen hat die GEW Hessen wiederholt eingefordert, die Voraussetzungen für eine optimale Kombination von Präsenzlernen und Lernen auf Distanz möglichst rasch zu schaffen. Die schon zuvor bestehenden Defizite bei der Schulsanierung, dem Lehrkräftemangel und der Digitalausstattung der Schulen haben sich in der Pandemie bitter gerächt. Daher ist nun schnellstmögliches Handeln erforderlich, etwa bezüglich der Ausstattung von Pädagoginnen und Pädagogen wie auch von Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten, des raschen Ausbaus des Schulportals und der schulrechtlich verbindlichen Regelung von unterrichtsersetzenden Lernsituationen. Trotz der angekündigten Rückkehr zum Regelbetrieb darf nun keinesfalls beispielsweise die Anschaffung von digitalen Endgeräten aus dem Sofortprogramm und aus dem DigitalPakt von den Schulträgern auf die lange Bank geschoben werden.

Birgit Koch wies auch darauf hin, dass die vom Kultusminister behaupteten, angeblich guten Erfahrungen mit der vollen Öffnung der Grundschulen seit der vergangenen Woche nicht zur Rechtfertigung dieser Entscheidung taugen: „Solange wir im öffentlichen Raum, in der Straßenbahn oder im Geschäft Masken tragen sollen, halten wir einen Regelbetrieb unter ganz normalen Bedingungen mit vollen Klassen für sehr gefährlich. Wenn der Kultusminister jetzt von positiven Rückmeldungen nach der Aufhebung des Abstandsgebots an den Grundschulen spricht und diese zur Begründung für seine Planungen heranzieht, dann ist das unseriös. Ob es unter diesen Bedingungen zu vermehrten Infektionen gekommen ist oder nicht, können wir frühestens zehn bis vierzehn Tage nach Schulende wissen."

Als positiv, wenn auch überfällig, bewertet die GEW Hessen den angekündigten Ausbau des Schulportals. Dabei sollte allerdings unbedingt auch ein stabiles Videokommunikationssystem in öffentlicher Verantwortung integriert werden, um eine sichere Alternative zu in Sachen Datenschutz problematischen privaten Anbietern zu etablieren. Auch die angekündigte Bereitstellung von Schutzausrüstung und Testmöglichkeiten für Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte, die dies wünschen, ist ein richtiger Schritt. Allerdings können diese Maßnahmen leider nicht die Aufhebung des Abstandsgebots kompensieren. Nicht zuletzt für Schülerinnen und Schüler mit Vorerkrankungen oder mit Angehörigen, die zu einer Risikogruppe gehören, droht so der dauerhafte Ausschluss vom Präsenzunterricht.

 

 

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Aktuelles
news-238 Wed, 01 Jul 2020 10:59:00 +0200 Vertretungen von Schulleitungen, Bildungsverwaltung und GEW zur aktuellen Situation https://www.gew-buedingen.de/home/details/238-vertretungen-von-schulleitungen-bildungsverwaltung-und-gew-zur-aktuellen-situation/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e6c5067f3542e22690290e5db339a319 Gemeinsame Frankfurter Erklärung Gemeinsame Frankfurter Erklärung 4

Der Schulbetrieb während und nach der Corona-Krise |  Jetzt muss das Hessische Kultusministerium (HKM) entschlossen handeln

Aus gegebenem Anlass veröffentlichen

die Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren an den beruflichen Schulen und den Studienseminaren für die beruflichen Schule (AGD) | der Arbeitskreis der Direktorinnen und Direktoren hessischer Gesamtschulen (AK Gesamtschulen) | die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) | der Interessenverband Hessischer Schulleiterinnen und Schulleiter (IHS) | der Verband Sonderpädagogik vds LV-Hessen (vds) | die Vereinigung der Schulaufsichtsbeamtinnen und Schulaufsichtsbeamten des Landes Hessen e.V. (VSH)

am 29. Juni 2020 in Frankfurt folgende Erklärung:

Die Digitalisierung an den Schulen nach vorne bringen!

In der Corona-Krise kommen die Nachteile einer digital schlecht ausgestatteten Schule besonders zum Vorschein. Der „Digitalpakt Schule“ mit einem 5 Milliarden-Euro-Topf für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an den allgemeinen und berufsbildenden Schulen ist vor mehr als einem Jahr in Kraft getreten. Dennoch kommen diese Gelder nur mehr als schleppend in den Schulen an. Von den auf das Land Hessen entfallenden 496 Millionen Euro sind bisher nur 28 Millionen Euro geflossen. Zusätzlich hat die Bundesregierung ein 500 Millionen Programm für die Beschaffung von Endgeräten aufgelegt, von dem nach dem Verteilungsmodus des Königsteiner Schlüssels auf Hessen 37 Millionen Euro entfallen, zu dem das Land 5 Millionen Euro zusätzlich in Aussicht gestellt hat.

Digitale Lernformen sollen und können den Unterricht in der Schule zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Deshalb muss es mit der Digitalisierung an den hessischen Schulen nun endlich voran gehen.

Nach den Ferien müssen für alle Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Lehrmittelfreiheit digitale Endgeräte als Leihgeräte in den Schulen vorhanden sein, die mit WLAN und einer SIM-Karte ausgestattet sind. Ebenso wird allen Lehrkräften ein dienstliches Endgerät bereitgestellt. Der Support für diese ausgeliehenen Geräte muss zentral als first level Support durch die Schulträger gewährleistet werden, entsprechendes IT-Fachpersonal ist einzustellen. Wir erwarten zudem die Entwicklung und stetige Fortschreibung eines medialen Konzepts von Seiten des HKM.

Die Kommunikation von Seiten des HKM deutlich verbessern!

Die Kommunikation des HKM mit den Schulleiterinnen und Schuleitern sowie den Mitgliedern der Schulleitungen gestaltete sich in den letzten Wochen eher als Nichtkommunikation. Quasi „auf Zuruf“ und nach dem Prinzip „Fahren auf Sicht“ wurden immer zu Beginn der Wochenenden Verordnungen und Pläne an die Schulen geschickt, deren Umsetzung das HKM für den Montag darauf erwartete. Den Schulleitungen blieb bei dieser Überfallkommunikation keine ausreichende Zeit, die Vorgaben aus dem HKM zu prüfen, mit dem Kollegium, den Eltern und Ausbildungsbetrieben zu kommunizieren und schulbezogen umzusetzen.

Diese Kommunikation des Dienstherrn mit den Kolleginnen und Kollegen ist weder transparent noch verlässlich. Sie führt zu großem Unmut und erhöht die ohnehin schon immense Arbeitsbelastung für alle Kräfte in Schulleitung und Schulaufsicht weit über das erträgliche Maß hinaus. Wir erwarten für die Zukunft vom HKM eine Verbesserung der Informations- und Kommunikationspolitik im Sinne von echter Transparenz, Partizipation auf Augenhöhe sowie verlässlichen und realistischen Zeitplanungen. Die bisherige äußerst unbefriedigende Kommunikationsstruktur des HKM zu den Schulleitungen und Schulämtern der letzten Wochen muss aufgearbeitet und auf eine neue Basis gestellt werden. Hierzu sollen – in einem randomisierten Verfahren – Beiräte installiert werden, die dafür Sorge tragen, dass die Kommunikation des HKM zu den Schulleitungen in Zukunft positiv gestaltet wird.

Den Investitionsstau an den hessischen Schulen beheben!

Die Schulgebäude sind weiterhin so marode, wie sie schon vor der Pandemie waren. Der Investitionsstau ist immens. Nicht verantwortbare Versäumnisse der letzten zwei Jahrzehnte treten immer deutlicher zu Tage. Die Förderbank KfW beziffert den Investitionsstau bundesweit auf 43 Milliarden Euro. Auch an den hessischen Schulen finden sich Löcher an den Wänden und Decken, veraltete Klassenräume, ungenügende Sanitäranlagen, fehlende Mensen.

Ferner müssen Pausengelände schülergerecht gestaltet, Sporthallen und Sportgelände in einen Zustand versetzt werden, der diesen Namen auch verdient.

Wir erwarten, dass das Land und die Schulträger endlich eine ehrliche Bestandsaufnahme des baulichen Zustands der Schulen vornehmen. Wir erwarten jetzt einen Plan, aus dem ersichtlich wird, wann und wo welche Kern-Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Wir erwarten, dass bei allen baulichen Maßnahmen ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene und die IT-Strukturen gelegt wird und die Corona Pandemie nicht als Ausrede verwendet wird, um Baumaßnahmen wieder auf die lange Bank zu schieben.

Keine Schülerin und keinen Schüler zurücklassen!

Besonders betroffen – nicht nur von der derzeitig schwierigen Situation - sind sozioökonomisch benachteiligte Schülerinnen und Schüler. Erfahrungen insbesondere von Schulen mit Schülerinnen und Schülern aus einem schwierigen sozialen Umfeld zeigen, dass rund ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der regulären Angebote zum Lernen auf Distanz nicht erreicht werden konnten und können. Für diese Gruppe ist eine intensive aufsuchende Sozialarbeit erforderlich.

Die OECD-Befunde, dass in kaum einem Land der Bildungserfolg so stark mit der sozialen Herkunft korrespondiert wie in Deutschland, sind uns allen bekannt. Daher sind zeitnah Konzepte zu entwickeln und Ressourcen zur zusätzlichen individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die angesichts schlechter Lernvoraussetzungen und/oder aufgrund sozioökonomischer Benachteiligung beim Lernen zu Hause den Anschluss verloren haben.

Auch Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen, insbesondere im Rahmen von Intensivklassen und InteA, sind besonders stark auf das Lernen im Präsenzunterricht angewiesen. Für diese Schülergruppen sind besonders große Anstrengungen für die gezielte Förderung erforderlich, damit die Schere im Bildungssystem sich nicht noch weiter öffnet und Schülerinnen und Schüler nicht noch weiter abgehängt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler an Förderschulen sowie für die inklusiv beschulten Kinder und Jugendlichen stellen sich die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zumeist als Mehrfachbelastung dar. Je nach Förderschwerpunkt und der konkreten Bedarfe sind daher individuelle Unterstützungsangebote erforderlich. Dies betrifft auch die Ausstattung mit barrierefreien digitalen Medien sowie die Schülerbeförderung. Es braucht ein tragfähiges Rahmenkonzept zur Wahrung ihres Bildungsrechts mit größtmöglicher Barrierefreiheit.
Ein umfassendes, schlüssiges Konzept zur Schulöffnung nach den Sommerferien entwickeln! Wann, wenn nicht jetzt!

Eine Woche vor den Sommerferien bleibt das HKM den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Kolleginnen und Kollegen, den Schulleiterinnen und Schulleitern und Mitgliedern der Schulleitungen die Antwort auf die Frage schuldig, unter welchen Bedingungen der Schulbetrieb nach den Sommerferien aufgenommen werden soll. Natürlich steht dies in Abhängigkeit von der Entwicklung des Infektionsgeschehens. Aber es müssen konkrete Pläne, es müssen Szenarien entworfen, vorgestellt und kommuniziert werden: Regelbetrieb, Hybridunterricht, also Präsenzunterricht und Lernen zu Hause, Schulbetrieb mit reduzierter Zahl der Schülerinnen und Schüler. Dabei muss klar sein, dass die Schulen im neuen Schuljahr nur das umsetzen können, was unter den Maßgaben von Hygiene, Abstand, Raumsituation und Lehrkräfteversorgung verantwortbar ist.

Notwendig ist, dass das HKM mit allen an Schule Beteiligten (Vertreterinnen und Vertreter der Eltern und der Schülerinnen und Schüler, Vertretungen der Schulleitungen, Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften und Verbände, Virologinnen und Virologen, Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte jetzt sofort das Gespräch aufnimmt, um mit ihnen in einen Dialog und in ein partizipatives Verfahren über die Öffnung der Schulen nach den Sommerferien einzutreten.

Matthias Doebel (IHS)
Inge Holler-Zittlau (vds)
Annette Greilich (AGD)
Birgit Koch (GEW)
Achim Rollmann (VSH)
Thomas Schwarze (AK Gesamtschulen)


Grundlegende Überlegungen, die zur Frankfurter Erklärung geführt haben

Die Kommunikationspolitik des Kultusministeriums ist viel zu kurzfristig, es bedarf längerer zeitlicher Vorläufe und vor allem auch der Partizipation aller Beteiligten bei allen weiteren Schritten.

Den Schulen müssen mehr Freiräume eingeräumt werden, um entsprechend der jeweiligen Rahmenbedingungen unterschiedliche Lösungen vor Ort umsetzen zu können.

Der Fokus des Kultusministeriums lag bislang primär auf der Sicherstellung vor allem der gymnasialen Abschlüsse. Es werden nun umgehend Konzepte und Ressourcen zur zusätzlichen individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler benötigt, die angesichts schlechter Lernvoraussetzungen und/oder aufgrund sozioökonomischer Benachteiligung beim Lernen zu Hause den Anschluss verloren haben.

Die Belastung aller Schulleitungsmitglieder, die vielen organisatorischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu bewältigen, ist immens hoch. Es muss daher umgehend für eine Entlastung gesorgt werden.

Die Umsetzung des DigitalPakt verläuft außerordentlich schleppend. Die digitale Ausstattung aller Schulen, insbesondere mit Endgeräten, muss dringend verbessert werden. Das Land und die Schulträger müssen hierbei an einem Strang ziehen und so schnell wie möglich handeln. Ebenfalls benötigt werden attraktive Fortbildungsangebote des Landes und ein professioneller first level IT- Support durch die Schulträger.

Schulleitungen und alle Lehrkräfte müssen endlich mit dienstlichen Endgeräten ausgestattet werden. Durch sichere Cloud-Lösungen muss für Schulleitungen die Bewältigung administrativer Aufgaben auch aus dem Home-Office ermöglicht werden.

Die Schulen benötigen von Land und Schulträgern spezielle Unterstützungsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Dazu gehört unter anderem die Sicherstellung regelmäßiger und dem Hygieneplan genügender Reinigungsintervalle durch den Schulträger sowie die Bereitstellung eines „Corona-Budgets“ für pandemiebedingte Mehrausgaben durch das Land.

Besondere Probleme

Schulen mit ganztägigen Angeboten stellen sich spezielle Probleme: Die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Träger muss möglichst friktionslos laufen, die Hygienestandards auch im Ganztagsbetrieb sichergestellt werden.

Vor allem Grundschulen haben besondere Schwierigkeiten mit der Lehrkräfteversorgung, besonders nach der erfolgten Rückkehr zum Regelbetrieb. Wenn an einzelnen Schulen mehrere Lehrkräfte zur Risikogruppe gehören, können sich schnell sehr große Lücken in der Stundenabdeckung auftun. Die Abordnung von Gymnasiallehrkräften ist jedoch keine tragfähige Lösung, im Gegenteil: Sie führt zu Friktionen und Unzufriedenheit. Stattdessen sollte die Profession aufgewertet werden (A 13) und den vielen TV-H-Kräften sowie am Quereinstieg Interessierten ein attraktives Qualifizierungsprogramm angeboten werden.

Insbesondere an integrierten Gesamtschulen wie auch beim Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung ist bei einem größeren Anteil der Schülerinnen und Schüler intensive aufsuchende Sozialarbeit erforderlich, da diese ansonsten nicht erreicht werden können.

Für die Schülerinnen und Schüler an Förderschulen sowie für die inklusiv beschulten Kinder und Jugendlichen stellen sich die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zumeist als Mehrfachbelastung dar. Je nach Förderschwerpunkt und der konkreten Bedarfe sind daher individuelle Unterstützungsangebote erforderlich. Dies betrifft etwa die Ausstattung mit barrierefreien digitalen Medien sowie die Schülerbeförderung.

Für Schülerinnen und Schüler an Berufsschulen muss sichergestellt werden, dass ihnen die schulischen Unterrichtszeiten, auch als Distanzlernzeiten, zur Verfügung stehen. Es kann nicht sein, dass die Jugendlichen vollumfänglich in den Betrieben eingesetzt werden und dann ergänzend dazu die Unterrichtsinhalte aufarbeiten sollen.

Nicht nur für die Berufsschulen muss eine Softwareausstattung vom Land sicherstellt werden, die professionelles Arbeiten möglich macht. Dies bedeutet, dass z.B. Office 365 für alle zur Verfügung gestellt wird und digitale Lehrwerke über die Lernmittelfreiheit beschafft werden können.

In den Schulen müssen die Medienausstattungen so gestaltet werden, dass gleichzeitig Präsenz- und Distanzunterricht (z.B. für jeweils ½ Klasse) möglich ist. Um die beiden Unterrichtsformen parallel möglich zu machen, müssen die Mittel des DigitalPaktes sofort genutzt werden, um die Schulen mit starkem WLAN vollumfänglich auszuleuchten.

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Aktuelles
news-240 Tue, 26 May 2020 00:00:00 +0200 Rechtsvorschriften gegen Lehrkräftemangel an Grundschulen https://www.gew-buedingen.de/home/details/240-rechtsvorschriften-gegen-lehrkraeftemangel-an-grundschulen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2e3b58bf0982635ed4b6177ac02430c4 Mitbestimmung in Zeiten der Pandemie HLZ 6/2020 Foto: Eine Angleichung der Vergütung der Grundschullehrkräfte ist nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch eine Voraussetzung, um die Abwanderung junger Kolleginnen und Kollegen in andere Bundesländer zu verhindern. Deshalb fordert die GEW Hessen „A13 auch für
Grundschullehrkräfte“, so wie das mehrere Bundesländer inzwischen angekündigt oder umgesetzt haben. (Junge GEW)

Am 24. April sah man in der virtuellen Landespressekonferenz einen offensichtlich gut gestimmten Kultusminister. Für die schrittweise Wiederaufnahme des Unterrichts am darauffolgenden Montag seien die Schulen bestens vorbereitet, nicht zuletzt durch einen Hygieneplan und zusätzliche Desinfektionsmaterialien, die die „Task Force Koordinierung Beschaffungsmanagement und Verteilung“ im Hessischen Innenministerium am Wochenende bereitstellen werde (HLZ S. 6-7). Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs, der die Wiederaufnahme des Unterrichts in den 4. Klassen untersagte, folgte zwei Stunden später. Die eigentliche Botschaft, die das Hessische Kultusministerium (HKM) exakt an diesem Tag einer staunenden Öffentlichkeit verkünden wollte, ging angesichts dieser „Klatsche“ unter.

Das plant das Ministerium ...

Kultusminister Lorz stellte in der Pressekonferenz ein Bündel an Maßnahmen vor, mit denen das HKM dem Lehrkräftemangel an Grundschulen entgegensteuern wolle. „Zusätzliches Personal“ benötige man, um den „Ausbau von Ganztagsangeboten, die sukzessive Einführung einer zusätzlichen Deutschstunde sowie die geplante Verpflichtung zum Besuch von Vorlaufkursen“ zu realisieren. Einen Bezug zur Pandemie stellte Lorz mit der Aussage her, dass ältere Lehrkräfte, die ihren Ruhestand hinausgeschoben haben oder im Rahmen eines TVH-Vertrags weiter in der Grundschule unterrichten, als Teil der Risikogruppen im neuen Schuljahr kaum noch zur Verfügung stehen werden. Das Paket sieht folgende Maßnahmen vor:

1. Erwerb eines anderen Lehramts

Die Bedingungen, unter denen arbeitslose Kolleginnen und Kollegen mit dem  Lehramt für Gymnasien oder für Haupt- und Realschulen an einer Grundschule eingestellt werden und im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildung das Lehramt an Grundschulen erwerben können, sollen verbessert werden, indem die Weiterbildung von 39 auf 27 Monate verkürzt und die Unterrichtsverpflichtung in dieser Zeit reduziert wird.

2. Gleichstellung mit einem Lehramt

Die Möglichkeit zum Erwerb der Gleichstellung mit einem Lehramt war bisher nach § 53 der Durchführungsverordnung zum Hessischen Lehrerbildungsgesetz (HLbG-DV) auf Bewerberinnen und Bewerber begrenzt, die einen „universitären Abschluss, der kein Bachelorabschluss ist,“ nachweisen können. Aus diesem Abschluss müssen nach der geltenden Rechtslage „zwei Unterrichtsfächer“ oder an beruflichen Schulen „ein Unterrichtsfach und eine Fachrichtung ableitbar“ sein. Für die Zulassung zum Erwerb einer Gleichstellung mit dem Lehramt an Grundschulen, die dann auch eine gleiche Bezahlung und die Möglichkeit der Verbeamtung sicherstellt, soll zukünftig auch ein Bachelor-Abschluss ausreichen, aus dem „mindestens ein Fach für das Grundschullehramt ableitbar ist“. Konkret genannt werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Musik, Kunst und Sport. Eine „mindestens fünfjährige Berufserfahrung im studierten Berufsfeld“ bleibt weiter als Voraussetzung bestehen.

3. Einstellungen auf der Rangliste

Kolleginnen und Kollegen mit gymnasialem Lehramt, die sich bei der Bewerbung auf der Rangliste bereit erklären, im Rahmen einer Teilabordnung mindestens vier Jahre an einer Grundschule zu unterrichten, sollen gegenüber den Bewerberinnen und Bewerbern, die eine solche Erklärung nicht abgeben, bevorzugt eingestellt werden. Ein solches Vorrangmerkmal wurde bereits in der Vergangenheit für den Einsatz in Intensivklassen praktiziert. Die so eingestellten Personen werden an einer Schule mit gymnasialem Bildungsgang eingestellt und dort während ihrer Probezeit auch mindestens neun Stunden eingesetzt, damit die Bewährung im gymnasialen Lehramt festgestellt werden kann. Eine Schmalspurfortbildung ist verbindlich.

4. Zwangsabordnung an Grundschulen

Schulen mit gymnasialem Bildungsgang sollen ab dem Schuljahr 2020/2021 auf der Grundlage der aktuellen Daten zur Unterrichtsversorgung verbindliche Vorgaben für „verpflichtende Abordnungen von Lehrkräften an Grundschulen zur Deckung des Einstellungsbedarfs an Grundschulen“ erfüllen.  Dazu wird für jede Schule eine „Schulquote“ festgelegt. Die Abordnung erfolgt aus „dienstlichen Gründen“ nach Anhörung der Lehrkraft, eine Zustimmung soll nur erforderlich sein, wenn die Abordnung die Dauer von zwei Jahren übersteigt. Die Abordnung soll an Grundschulen erfolgen, die Schülerinnen und Schüler an das jeweilige Gymnasium oder die Gesamtschule abgeben, und sich auf den Einsatz in Deutsch und Mathematik in den Klassen 3 und 4 konzentrieren. Voraussetzung für „verpflichtende Abordnungen“ ist, dass alle anderen Möglichkeiten an den Grundschulen ausgeschöpft wurden. Ein Gymnasium oder eine Gesamtschule, die eine oder mehrere Lehrkräfte „im Umfang von mindestens einer halben Stelle an eine Grundschule abordnet, erhält eine unbefristete Einstellungsmöglichkeit.“
Ein entsprechender Erlass wurde den Staatlichen Schulämtern am 23. April 2020 übersandt.

Par Ordre du Mufti

Auf die Frage, ob die große Wertschätzung für die Arbeit der Grundschulen nicht auch endlich zu einer gleichen Bezahlung führen müsse, erklärte Lorz auf hessenschau.de, der Beruf der Grundschullehrerin sei „auch mit der geltenden Gehaltsstufe und angesichts der quasi garantierten Aussicht auf eine Stelle attraktiv“ und schließlich seien „alle Studienplätze belegt“. Ob die in Hessen Studierenden sich dann auch tatsächlich in Hessen bewerben, interessiert ihn offensichtlich nicht.

Die erforderlichen Erlasse und Änderungsverordnungen waren zu diesem Zeitpunkt in den Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) eingebracht worden und wurden im Rahmen des Beteiligungsverfahrens mit dem HKM kontrovers erörtert. Die Pandemie gab jetzt dem HKM den sicher willkommenen Vorwand, diese Auseinandersetzung par ordre du mufti zu beenden und die Pläne im Wege einer vorläufigen Anordnung nach § 73 HPVG umzusetzen.

Eine überzeugende Antwort, warum die Maßnahmen, die alle erst zum nächsten Schuljahr greifen sollen, „der Natur der Sache nach keinen Aufschub schulden“, bleibt das HKM bis heute schuldig.

Das meinen GEW und HPRLL ...

... zur Gleichstellung mit einem Lehramt

Zur Umsetzung der Maßnahme ist eine Änderung des HLbG erforderlich, ebenso eine entsprechende Änderung der Quereinsteiger-Verordnung. Grundsätzlich kritisch sieht der HPRLL die Absenkung der Anforderungen an die universitäre Qualifikation: Die professionellen Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer seien schließlich in den letzten Jahren „stetig angestiegen“. Aus Sicht des HPRLL müssen deshalb vor allem auch die Bedingungen für das berufsbegleitende Studium und den Erwerb der Lehrbefähigung in einem zweiten Fach geklärt werden. Lehrkräfte, die nur ein Fach unterrichten dürfen, führen zu einer weiteren Belastung der Grundschulkollegien. Die Kolleginnen und Kollegen müssen zur Erfüllung der Qualifizierungsauflagen auskömmlich entlastet werden, dasselbe gilt aus Sicht der GEW auch für die Mentorinnen und Mentoren.   

... zu Einstellungen auf der Rangliste

Die Einführung eines Vorrangmerkmals für die Bereitschaftserklärung zum Einsatz in Grundschulen wird dazu führen, dass die bisherigen Weiterbildungsmaßnahmen zum Erwerb des Lehramts an Grundschulen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Gymnasiallehrkräfte, die andere als die in der Grundschule geforderten Fächer haben, werden kaum Chancen haben, ihre Einstellungschancen zu verbessern.

Der vorgesehene Einsatz mit mindestens neun Stunden am Gymnasium, die Notwendigkeit, sich dort als Beamtin auf Probe zu bewähren, und der Wechsel zwischen zwei Schulen wird aus Sicht der GEW zu Problemen führen, die vor allem „auf Kosten der Kollegien der Grundschulen ‚gelöst‘ werden dürften“. Dass die an die Grundschulen abgeordneten Gymnasiallehrkräfte nach A13 besoldet werden, wird die Motivation der Grundschullehrkräfte ebenfalls nicht erhöhen.

Der Vorschlag des HPRLL, schulbezogene Stellenausschreibungen für den gleichzeitigen Einsatz an Grundschulen und Gymnasien zu ermöglichen, wurde vom HKM zurückgewiesen. Die Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt ist aus Sicht des HPRLL zudem ein massiver Eingriff in das laufende Einstellungsverfahren, für das sich mehr als 1.300 Kolleginnen und Kollegen mit gymnasialem Lehramt beworben haben, die jetzt alle benachrichtigt und auf das neue  Vorrangmerkmal hingewiesen werden müssten.

... zur Abordnung an Grundschulen

Der HPRLL lehnt die Zwangsabordnung von Lehrkräften von Gymnasien und Gesamtschulen an Grundschulen zur Deckung des Unterrichtsbedarfs der Grundschulen ab. An dieser Stelle von einem „Solidaritätsprinzip“ zu sprechen, hält die GEW für „absurd“, denn hier würden Versäumnisse und Fehler der Dienststelle bei der Lehrkräfteversorgung den Betroffenen als „solidarische Notwendigkeit“ aufgebürdet. Die geplanten Zwangsabordnungen werden innerhalb der abordnenden Schulen für eine gewaltige Unruhe sorgen – und das in einer Zeit, „in der alle Beschäftigten der Schulen durch die Corona-Pandemie vereinzelt und maximal verunsichert sind, da es keine auch nur halbwegs klare Perspektive geben kann“. Zwangsabgeordnete Lehrkräfte würden für Grundschulen zudem kaum eine Hilfe sein.

Die Regelung, dass Schulen, die ihre „Schulquote“ erfüllen, als Ausgleich eine „unbefristete Einstellungsmöglichkeit“ bekommen sollen, sei für jede  zwangsabgeordnete Lehrkraft „ein fatales Signal“, da sie an ihrer Stammschule bereits „ersetzt“ wird.

Die Prüfung rechtlicher Schritte des HPRLL gegen den Sofortvollzug der Maßnahme vor Abschluss des Mitbestimmungsverfahrens war bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen.

Harald Freiling, HLZ-Redakteur


Geplante Zwangsabordnungen: HKM handelt verantwortungslos

Die GEW Hessen hält die Vorbereitung von Zwangsabordnungen durch das Kultusministerium insgesamt für verantwortungslos und wird alle dagegen gerichteten Proteste unterstützen: Alle Lehrkräfte, die Schulleitungen und die Schulämter sind derzeit mit einer Krise konfrontiert, die die Schulen, den Unterricht und das pädagogische Miteinander in ihrem Kern erschüttert. In einer Situation, in der niemand weiß, wo wir in vier Wochen, am Ende des Schuljahres oder am Anfang des neuen Schuljahres stehen, wo Beschäftigte angesichts des Infektionsrisikos Angst um ihre Gesundheit haben, Quoten für die zwangsweise Abordnung von der einen an die andere Schulform zu berechnen, Personen für eine solche Abordnung auszudeuten und zugleich alle Mitbestimmungsrechte zu unterlaufen, untergräbt das Vertrauen in die Schulverwaltung und das Kultusministerium und ist ein Schlag gegen die viel beschworene Gemeinsamkeit in Zeiten der Pandemie.

(aus einer Erklärung des geschäftsführenden Vorstands vom 7.5.2020)

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Aktuelles
news-233 Fri, 27 Mar 2020 10:28:26 +0100 Einstellung der Wahlvorbereitungen https://www.gew-buedingen.de/home/details/233-einstellung-der-wahlvorbereitungen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d530cb61789a6d9296de7cf69403ea8f Beschluss des a.o. GVo am 26. März 2020 Der GVO begrüßt das Schreiben der Vorsitzenden an die Mitglieder des Landesvorstands und dessen Veröffentlichung auf der Homepage. Er empfiehlt allen Gliederungen in ihrem Bereich entsprechend zu verfahren oder den Brief der Vorsitzenden weiter zu geben.

Der Erlass des Innenministeriums vom 24. März 2020 zur Einstellung der Wahlvorbereitungen ergibt sich aus unserer Sicht nicht zwingend aus dem Gesetz des Landtags zur Verschiebung der Personalratswahlen. Außerdem gibt es rechtliche Zweifel, ob es für die Anordnungen des HMdI die nötigen Ermächtigungen durch den Gesetzgeber gibt. Die GEW wird diesen Fragen nachgehen, auch wenn durch den Erlass Fakten geschaffen wurden.

Die GEW wird jedoch sehr intensiv darüber wachen, dass die derzeitige Krise nicht genutzt wird, um die Rechte der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen zu untergraben.

Auch wenn die gegenwärtige Pandemie-Lage keine Aussagen über den Termin der „längstens bis zum 31. Mai 2021“ verschiebbaren Wahlen zulässt, spricht sich die GEW für einen möglichst frühen Zeitpunkt aus, so dass die Übergänge in die Gremien gut organisiert werden können.

Sollte kein Konsens im Rahmen des DGB gefunden werden, wird die GEW auch prüfen, ob der Wahltermin für den Schulbereich mit über 2.000 örtlichen Personalräten einmalig auch unabhängig von den Wahlen in anderen Dienststellen des Landes Hessen festgesetzt werden kann. Sobald die Schulen wieder geöffnet sind, wird die GEW dafür einen konkreten Zeitplan vorlegen.

Die GEW empfiehlt allen Personalräten,  die von ihnen benannten Wahlvorstände schon jetzt auf die Möglichkeit und Notwendigkeit hinzuweisen, sie für einen neuen Wahlgang erneut zu benennen. Sie empfiehlt den Wahlvorständen auf allen Ebenen, die für die Wahl im Mai 2020 gesammelten Unterlagen und Beschlüsse aufzubewahren und zu dokumentieren, so dass bei der Einleitung eines neuen Wahlverfahrens lediglich eine Aktualisierung erfolgen muss. Für die Gesamtwahlvorstände betrifft dies insbesondere auch die Aufbewahrung der Kontaktdaten der örtlichen Wahlvorstände.

Die GEW Hessen geht davon aus, dass die „neuen“ Gesamtwahlvorstände und der Hauptwahlvorstand erneut die Entlastung, wie sie der Erlass vom 6. November 2019 vorsieht, erhalten, weil die Organisation der PR-Wahlen in den Schulen mit den vielen Dienststellen sehr komplex ist und von vorne begonnen werden muss.

Die GEW hält die Regelung des Gesetzes, dass Beschlüsse der Personalräte „vorübergehend auch im Umlaufverfahren oder durch elektronische Abstimmung (Telefonkonferenz, Mail) erfolgen“ können, für erforderlich, sie weist aber darauf hin, dass dies nur möglich ist, wenn für die jeweiligen Personalräte auch Verfahren gefunden werden, an denen alle sich beteiligen können und für strittige Fragen Wege für Erörterungen gefunden werden.

Die GEW unterstützt alle Personalräte nachdrücklich bei der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rechte auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

Die GEW berät die Schulen, Hochschulen und andere Einrichtungen, bei denen die Arbeit der örtlichen Personalräte durch das Ausscheiden von Mitgliedern  aufgrund von Rücktritten, Versetzungen oder Eintreten des Ruhestandes eingeschränkt wird oder ganz zum Erliegen kommt, weil keine Nachrückerinnen und Nachrücker zur Verfügung stehen. Die GEW informiert dann über die Möglichkeit einer Neuwahl des Personalrats nach § 24 Abs.1 HPVG. In diesem Fall würde sich die Amtszeit eines neugewählten Personalrats bis zum übernächsten Wahltermin verlängern. Die GEW empfiehlt davon nur in Ausnahmefällen Gebrauch zu machen, um die Wahl der Personalräte aller Ebenen zum selben Zeitpunkt zu gewährleisten.

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Personalratswahlen Aktuelles
news-236 Wed, 25 Mar 2020 10:56:00 +0100 Verschiebung des Wahltermins für die Personalratswahlen https://www.gew-buedingen.de/home/details/236-verschiebung-des-wahltermins-fuer-die-personalratswahlen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=cfff543a8f26db06acb3ac74ce5caeb2 Einstellung der Wahlvorbereitungen Stand: 25. März 2020 Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Hessische Landtag hat am 24. März 2020 das "Gesetz zur Verschiebung der Personalratswahl 2020" (Drucksache 20/2566) verabschiedet. Die Amtszeit der am 1. Mai 2020 im Amt befindlichen Gremien wird bis längstens zum 31. Mai 2021 verlängert.

Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport hat hierzu einen Erlass zur Umsetzung vorgelegt. Der Erlass des Innenministeriums zur Einstellung der Wahlvorbereitungen ergibt sich aus unserer Sicht nicht zwingend aus dem Gesetz. Deshalb haben wir bis zum Bekanntwerden des Erlasses darauf gehofft, dass die Personalratswahlen zu einem späteren Zeitpunkt auf der Basis der bis dahin getroffenen Beschlüsse der Wahlvorstände wieder aufgenommen werden können. Diese Überlegung ist mit dem Erlass des Innenministeriums und der Feststellung, dass allen Wahlvorständen „die rechtliche Grundlage entzogen“ ist und alle Vorbereitungen für die Wahlen „einzustellen“ sind, hinfällig.

Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen und Beschäftigten der GEW in den Kreis- und Bezirksverbänden, im Landesverband und in der Landesgeschäftsstelle der GEW für die vielfältigen Initiativen, Publikationen und Veranstaltungen zur Darstellung der GEW und ihrer Arbeit in den Personalräten und zur Vorbereitung auf die Wahl der Personalräte. Wir möchten uns besonders bei den Mitgliedern der Wahlvorstände in jeder einzelnen Schule, in den Gesamtwahlvorständen und in den Hauptwahlvorständen bedanken. Sie hatten ihre Arbeit in gewohnter Zuverlässigkeit aufgenommen und mit großem Zeitaufwand bereits weitgehend abgeschlossen.

Diese Arbeit war nicht umsonst, denn sie stärkt die GEW auch für den neuen Wahltermin. Trotzdem besteht kein Zweifel: Die Verschiebung der Wahl verlangt neue Anstrengungen, die nur teilweise auf den jetzt begonnenen und umgesetzten Aktivitäten aufbauen können. Dafür bauen wir auf eure Unterstützung!

Die gesetzlichen Fristen für die Durchführung einer Personalratswahl machen es aber unmöglich, dass die Personalratswahlen noch in diesem Schuljahr durchgeführt werden können. Angesichts der unsicheren Pandemielage und der Unbestimmtheit, wann die Bildungseinrichtungen wieder geöffnet werden, erscheint es uns derzeit sinnvoll, die Wahlvorbereitungen nicht vor Beginn des Schuljahrs 2020/2021 wieder aufzunehmen.

Wir empfehlen daher allen Gliederungen, die Beschlüsse der Landesdelegiertenversammlung und der GEW-Kreisverbände bezüglich der Wahlvorschläge der GEW für die Wahl der Gesamt- und Hauptpersonalräte aufrecht zu erhalten. Für die Hauptpersonalräte wird darüber der nächste Landesvorstand entscheiden.

Es wäre sinnvoll, dass die Wahlvorstände auf allen Ebenen die für die Wahl im Mai 2020 gesammelten Unterlagen und Beschlüsse aufbewahren und dokumentieren, so dass bei der Einleitung eines neuen Wahlverfahrens lediglich eine Aktualisierung erfolgen muss. Für die Gesamtwahlvorstände betrifft dies insbesondere auch die Aufbewahrung der Kontaktdaten der örtlichen Wahlvorstände.

Schon die ersten Tage der Schließung von Kitas, Schulen und Hochschulen und der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus haben gezeigt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerade in solchen Zeiten starke Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte brauchen. Die GEW unterstützt alle Personalräte nachdrücklich bei der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rechte auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

Mit solidarischen Grüßen und dem abschließenden Wunsch: Bleibt gesund!

Maike Wiedwald und Birgit Koch, Vorsitzende GEW Hessen

Tony C. Schwarz, Stellv. Vorsitzender GEW Hessen

Brief der Vorsitzenden zur Verschiebung der Personalratswahlen

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Personalratswahlen
news-235 Wed, 25 Mar 2020 10:38:00 +0100 GEW fordert: Keine Präsenzpflicht https://www.gew-buedingen.de/home/details/235-gew-fordert-keine-praesenzpflicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=82f69348eaff699662536e2df4a21897 für Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen! Seit Anfang letzter Woche sind die Kindertageseinrichtungen in Hessen nur noch für die Notbetreuung von Kindern sogenannter Funktionsträgerinnen und -träger geöffnet. Das heißt, dass in den Einrichtungen nun deutlich weniger Kinder zu betreuen sind. Immer wieder jedoch beklagen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass über den für die Notbetreuung notwendigen Personaleinsatz hinaus, von ihren Trägern auf Präsenzpflicht bestanden wird.

Dies führt zu der absurden Situation, dass teilweise die Anzahl der anwesenden Erzieherinnen und Erzieher höher ist als die Zahl der zu betreuenden Kinder.

„So ist die Schließung der Kitas nicht gedacht!“ erklärt Maike Wiedwald,  Vorsitzende  der GEW Hessen. „Die Ansage ist eindeutig: Die Menschen in Deutschland sollen so wenig direkte Sozialkontakte wie möglich haben, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Jetzt auf eine Präsenzpflicht in den Einrichtungen zu bestehen, konterkariert den Sinn und Zweck dieser Maßnahme und ist nichts anderes als gefährlich!“

 

Es maximiere Risiken, in der jetzigen Situation darauf zu bestehen, dass für die Notbetreuung nicht benötigte Kolleginnen und Kollegen in die Einrichtungen kommen. Deren Anfahrt sei zudem nicht selten mit längerem Aufenthalt in öffentlichen Verkehrsmitteln verbunden.

Die GEW ruft vor diesem Hintergrund den hessischen Minister für Soziales und Integration Kai Klose auf, in aller gebotenen Deutlichkeit zu kommunizieren, dass Kolleginnen und Kollegen, die in den Einrichtungen nicht zwingend nötig sind, mit Arbeiten betraut werden, die sich auch außerhalb der Einrichtungen erledigen lassen.

„ Konzeptionsarbeit, Nachholen der oftmals nicht in vollem Umfang genommenen Vorbereitungszeiten, Qualitätssicherung - es gibt genug Tätigkeiten, die im normalen Kitaalltag kaum bewältigt werden können, die jetzt aber gut zuhause erledigt werden können und sollen“, erläutert Maike Wiedwald dazu.

Diese Absage an die Präsenzpflicht, die selbstverständlich zuallererst für Angehörige von Risikogruppen gelte, solle auch zwingend auf alle nicht zur Notbetreuung nötigen Kolleginnen und Kollegen ausgeweitet werden, betont Maike Wiedwald abschließend: „ Im Vordergrund muss die Gesundheit aller Beteiligten stehen!“

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